
Neues Buch der Sisi-Gegnerin Praschl-Bichler - Frau Praschl-Bichler möchte mit diesem Buch in folgenden Punkten die Geschichte des Hauses Habsburg neu schreiben: 1. Erzherzogin Sophie und Kaiserin Elisabeth verstanden sich sehr gut und waren einander enge Vertraute. Sisi suchte oft bei ihr Rat und Trost. 2. Kronprinz Rudolph war als Kind nicht krank und sensibel, sondern äußerst selbstbewußt und besass eine wahre Rossnatur. 3. Erzherzogin Sophie mischte sich nicht in die Politik ein. Ihr war nur das familiäre Leben im Hause Habsburg wichtig. 4. Erzherzogin mischte sich von Anfang an nicht in die Ehe Franz Josephs und Elisabeths ein. Sie bevorzugte stets andere Aufenthaltsorte als das Paar. 5. Im Haus Habsburg herrschte kein steifes Zeremoniell, sondern ein durchaus lustiges und familiäres Zusammenleben. Anhand weniger - teilweise nichtssagender - Briefe pro Kapitel versucht Frau Praschl-Bichler ihre Thesen zu belegen. Die Dokumente sind nicht wirklich überzeugend. Beispiel: Aufgrund der Aussage in einem Brief, dass Sisi eine Bedienstete zum Abschied küsste, will die Autorin einen Beweis sehen, dass Sisi homo- bzw. bi-sexuell veranlagt war. Diese vagen und subjektiven Auslegungen der Briefe ziehen sich durch das ganze Buch der Sisi-Gegnerin Praschl-Bichler.Außerdem: In den gängigen, älteren Sisi-Biographien kommt Erzherzogin Sophie durchaus gut weg! Dazu braucht man kein neues Buch zur Rehabilierung!
Pures und historisch kaum fundiertes Wunschdenken einer Nichthistorikerin - Tatsachen! Tatsachen kann man auch auf den Kopf stellen, dann bleiben es immer noch Tatsachen - aber nicht mehr wahr! Dieses Zitat aus der preisgekrönten bayerischen Fernsehserie Löwengrube (Folge Barfrau) ist mir spontan nach dem Lesen der ersten Seiten dieses Buches eingefallen. Schon der erste Absatz, in dem Frau Praschl-Bichler sämtliche bisher zum Thema Sisi - Erzherzogin Sophie erschienene Bücher pauschal als Märchenbücher verunglimpft, zeugt von einer unangebrachten Polemik und läßt auf wenig historischen Sachverstand schließen. Dabei ist Frau Praschl-Bichlers Buch selbst ein - zugegebenermaßen unterhaltsam erzähltes - Märchenbuch. Von einem Sachbuch erwarte ich allerdings Objektivität, Sachlichkeit und vor allem Sachverstand in der Auslegung historischer Quellen. Das ist hier leider nicht der Fall. Frau Praschl-Bichler benutzt für ihren Beweis des angeblich guten Verhältnisses zwischen Elisabeth und ihrer Schwiegermutter lediglich in ihr Konzept passende, jedoch völlig aus dem Kontext gerissene Textpassagen aus Briefen von Erzherzogin Sophie. Es kommen weder andere Zeitzeugen zu Wort, noch Elisabeth selbst, die entgegen der Behauptung von Frau Praschl-Pichler sehr wohl eine gute Briefeschreiberin war und auch Tagebuch geführt hat. Frau Praschl-Pichler zimmert sich eine Habsburger-Idylle zusammen, die es so nicht gegeben hat. Hier war wohl eher der Wunsch der Vater des Gedanken. Erzherzogin Sophie war eine der vielschichtigsten und interessantesten Personen des Wiener Kaiserhauses und sie hätte schon lange einen wirklich guten Biographen verdient, der alle Facetten ihrer Person ausleuchtet. Sie war nämlich weder der Schwiegermutter-Drachen, wie sie andere gern hinstellen, noch war sie eine biedermeierliche Matrone, wie sie jetzt von Frau Praschl-Bichler dargestellt wird. Damit tut die Autorin der Erzherzogin genau so unrecht wie all diejenigen, die bei der Erzherzogin immer nur ihre negativen Seiten herausstreichen. Daß Sophie auf die Schönheit Elisabeth stolz war, ist sicher richtig und auch nachvollziehbar, denn eine schöne Kaiserin läßt sich für repräsentative Zwecke besser vor den kaiserlichen Karren spannen. Als Elisabeth mit 16 Jahren an den Wiener Hof kam, hatte es sich Erzherzogin Sophie zur Aufgabe gemacht, aus dem schüchternen und unbedarften Naturkind eine hoheitsvolle Kaiserin zu machen. Dagegen ist nichts einzuwenden und das war auch sicher notwenig, denn Elisabeth hatte im Gegensatz zu ihrer Schwester Helene nie die notwenige Erziehung erhalten, die die Frau eines Monarchen mitbringen muß. Sophie hat lediglich den großen Fehler gemacht, dieses Vorhaben völlig falsch anzugehen, denn sie agierte zu autoritär und zu wenig einfühlsam, was aus vielen zeitgenössischen Quellen hervorgeht. Damit hat sie Elisabeths Eigensinn und Trotz heraufbeschworen. Sophie hat sich zeitlebens in die Ehe ihres Sohnes eingemischt. Erst nach der Hinrichtung ihres Lieblingssohnes Maximilian in Mexiko, was sie nie verwunden hat, hat sie sich sowohl aus der Politik als auch aus der Ehe ihres Sohnes zurückgezogen. Zu einer Aussöhnung der beiden Frauen kam es erst am Sterbebett Sophies, zu dem Elisabeth von einer Reise nach Wien geeilt kam, um viele Stunden am Sterbebett ihrer Schwiegermutter zu verbringen. Sophie zu unterstellen, sie wäre politisch nicht aktiv gewesen, ist schon sehr gewagt. Sie war nicht nur eine gebildete und agile Frau, sie war auch willensstark und ehrgeizig. Schon als sie den unscheinbaren und ihr vom Intellekt her unterlegenen Erzherzog Franz Karl heiratete, tat sie das mit einer gewissen Berechnung. Wußte sie doch, daß ihr schwerkranker Schwager und eigentlicher Thronfolger Ferdinand für das Kaiseramt völlig ungeeignet war und die Chance bestand, daß sie an der Seite ihres Mannes Kaiserin von Österreich werden konnte oder, falls Ferdinand doch Kaiser werden sollte, zumindest die Mutter des zukünftigen Thronfolgers werden würde, da bei ihrem Schwager Ferdinand feststand, daß er aufgrund seiner schweren Krankheit (bei ihm rächte sich die jahrhundertlang betriebene Inzucht besonders) ohne Nachkommen bleiben würde. Sophie genoß von Anfang an am Wiener Kaiserhof große Achtung, besonders bei ihrem Schwiegervater Kaiser Franz. Sophie hat ihr politisches Geschick vor allem in den Revolutionswirren des Jahres 1848 unter Beweis gestellt, als sie gemeinsam mit Kaiserin Maria Anna und Fürst Felix von Schwarzenberg die Abdankung Kaiser Ferdinands, den Thronverzicht ihres Mannes Franz Karl und die Ernennung ihres Sohnes Franz Joseph zum Kaiser erwirkt hat und damit einen entscheidenden Beitrag zur Rettung der Habsburger Monarchie geleistet hat, die im Revolutionsjahr 1848 kurz vor dem Untergang stand.Abschließen möchte ich mit einem Zitat aus dem Bericht eines Schweizer Gesandten nach Bern zum Tod der Erzherzogin: Die Erzherzogin Sophie war ohne Zweifel unter allen Frauen des Kaiserhauses die bedeutendste politische Erscheinung. Zusammengefaßt kann man sagen, daß dieses Buch als Unterhaltungslektüre ganz gut geeignet ist, ein historisch fundiertes Sachbuch ist es allerdings ganz und gar nicht.
Peinliche Geschichtsklitterung - Ein neues Werk aus der Habsburg-Verklärungs-Maschine von Gabriele Praschl-Bichler. Von der Bewertung historischer Quellen hat diese Autorin nicht die geringste Ahnung. Sonst hätte sie bemerken müssen, daß dieser honigsüße Ton, den die Erzherzogin Sophie in ihren Briefen anschlägt, sich allein der Höflichkeitskonvention am Kaiserhof verdankt und ausschließlich strategisch zu verstehen ist. Die Erzherzogin suchte in Briefen an Elisabeth und Franz-Joseph und anderen Mitgliedern des Kaiserhauses ihre wahren Intentionen und Gefühle zu verschleiern. Sie sind Meisterwerke der aus Machtbewußtsein gespeisten Verstellung und Heuchelei. Für eine Revision des überlieferten, notorisch miserablen Verhältnisses zwischen Kaiserin Elisabeth und ihrer Schwiegermutter taugt diese Entdeckung nicht das geringste. Es genügt eben nicht, einfach massenweise Briefe zu zitieren und ihre Aussagen in geradezu unvorstellbarer Naivität zu glauben - es ist die Aufgabe eines seriösen Historikers, sie einzuordnen, sie in Zusammenhänge zu stellen, sie zu kontrastieren mit überlieferten Äußerungen der Empfänger und sie letztlich auch zu bewerten. So bietet das Buch für eine Neubewertung der vielfach belasteten Beziehung zwischen Elisabeth und Sophie keinerlei Grundlage. Es führt ausschließlich auf eine falsche Fährte.
Heile Welt im Kaiserhaus? - Eins muß man Frau Praschl-Bichler lassen: unterhaltsam schreiben kann sie. Ihre Bücher sind immer wieder flott geschrieben, so daß man sie angenehm in 1-2 Tagen durchlesen kann, ohne daß große Langeweile aufkommt oder es allzu trocken wird.Nun also Unsere liebe Sisi - Die Wahrheit über Erzherzogin Sophie und Kaiserin Elisabeth. Oho, die ganze Wahrheit, da möchte man erst erfurchtsvoll erstarren, um dann beim Lesen doch immer wieder mit dem Kopf zu schütteln. Wer ein Sachbuch zum Thema Kaiserin Elisabeth vs. Erzherzogin Sophie erwartet, wird schon nach den ersten Seiten erkennen, daß dem nicht so ist. Sachbücher sind sachlich geschrieben (oder sollten es zumindest sein), historische Bücher sollten sich zudem immer bemühen, möglichst viele Seiten eines Themas gleichberechtigt zu bewerten und zwar aufgrund der Quellenlage und nicht aufgrund persönlicher Sympathien. (Das lernt man bereits im ersten Semester Geschichte an jeder Uni.) Und gerade das gelingt Frau Praschl-Bichler nicht.Die Autorin stellt sich gleich zu Beginn auf eine Seite (die der Erzherzogin) und versteht dieses Buch als Rechtfertigung der in zahlreichen Büchern (und Filmen) so negativ dargestellten Erzherzogin Sophie. Einige Thesen, die sie aufstellt, sind gar abenteuerlich, z.B. die Erzherzogin habe keinerlei politischen Einfluss auf den Kaiser ausgeübt. Nun, vielleicht nicht direkt -wovon Frau Praschl-Bichler wohl ausgeht- aber doch vielmehr indirekt. Warum sollte eine Frau wie Erzherzogin Sophie, die mit den einflußreichsten Männern ihrer Zeit (Metternich etc.) in Kontakt stand, nicht auch ihren Sohn politisch beeinflusst haben? Des weiteren ist es bedenklich, daß Frau Praschl-Bichler als einzige Quelle auf die Briefe der Erzherzogin zurückgreift. Die sind zwar mitunter rührend zu lesen, aber wenn ich die Wahrheit über etwas veröffentlichen will, zumal über einen Konflikt zwischen zwei so konträren Persönlichkeiten wie Kaiserin Elisabeth und Erzherzogin Sophie, dann sollte ich auch die andere Seite (nämlich die Kaiserin) zu Wort kommen lassen. Vielleicht war sie keine allzu fleißige Briefeschreiberin wie ihre Schwiegermutter, aber es gibt dieses Material, wenn vielleicht auch nicht in der Menge, in der Sophie ihre Briefe geschrieben hat.Zwar entsteht durch das Lesen von Sophies Briefen auch ein anderes Bild, als das, was man bislang so kannte, die böse Schwiegermutter erscheint hier als rührende Matriarchin, deren einzige Sorge das Wohlergehen ihrer Kinder, Schwiegerkinder und Enkelkinder zu sein scheint. Aber es ist nunmal ein einseitiges Bild, das den Leser letztlich etwas verwirrt zurücklässt. In Wahrheit war Sophie wahrscheinlich weder die eiserne Lady, noch die alle über alle Maßen liebende Mutter des Kaisers. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen, ebenso wenig war Kaiserin Elisabeth weder das arme Hascherl, noch die Rabenmutter, als die sie oft dargestellt wird.Frau Praschl-Bichler beleuchtet also nur Sophies Seite und das mit einer Vehemenz, die manchmal an eine Klageschrift erinnert, so, als würde sie dem Leser am Kragen packen, ihn schütteln und ihm immer wieder zurufen: So war s und nicht anders! (Das kann dann schonmal leichtes Kopfweh verursachen, zumal ein derartig emotionaler Stil -wie bereits oben erwähnt- nicht wirklich in ein Sachbuch gehört.)Ebenfalls Kopfschmerzen hat bei mir das Format dieses Buches verursacht. Warum sind die Briefe allesamt kursiv geschrieben? Warum hat man sie nicht eingerückt in den normalen Text eingeführt? Warum stoplert man alle paar Seiten über eine Stammtafel, wenn so etwas wesentlich besser im Anhang aufgehoben wäre? Warum hat die Autorin die Erläuterungen zu einzelnen Persönlichkeiten direkt in die kursiven Brieftexte (gerade gedruckt) eingenbaut, anstatt auf Fußnoten am Ende einer Seite zurückzugreifen? Dieser Wechsel von kursiv zu gerade stört den Lesefluß erheblich. Und warum listet sie am Ende jede Habsburger-Residenz auf, obwohl dies weder zum Verständnis der Briefe noch des sonstigen Textes wirklich von Bedeutung ist? (Zumal jeder Sisi-Kenner diese Residenzen kennt und für Sisi-Laien dieses Buch am Anfang doch eher uninteressant sein dürfte?)Auch die Auswahl der Briefe ist kritisch zu bewerten, vor allem, da Frau Praschl-Bichler selber zugibt, nur die unterhaltsamsten ausgewählt zu haben. Das verzerrt natürlich den Blick und so kommt es einem vor, als seien die Habsburger eine einzige selige Familie gewesen, in der jeder den anderen liebhatte und deren Mitglieder nichts anderes zu tun hatten, als sich für die Armen einzusetzen und nett zueinander zu sein. Da taucht dann in der Ferne das Bild einer österreichischen Monarchie auf, wie man sie aus den Sissi-Filmen kennt und das ist dann wirklich unsere liebe Sissi, allerdings mit zwei s geschrieben.
unterhaltsam aber naja - Schon in früheren Büchern will Gabriele Praschl Bichler uns davon überzeugen, dass das Verhältnis von Kaiserin Elisabeth und ihrer Schwiegermutter Sophie in Wirklichkeit ganz anders war, als es heute heißt. Dieses Buch soll beweisen, dass Sophie ihre Schwiegertochter sehr gerne hatte und sie ein gutes Verähltnis zueinander hatten, diese These versucht sie mit Briefen zu belegen, da sie lediglich Briefe von Sophie anführt und keine von Elisabeth (sie redet sich damit heraus, dass die Kaiserin ja sehr schreibfaul gewesen sei) nimmt man ihr diese Theorie nicht wirklich ab. Sie behauptet auch, dass Elisabeth nach Sophies Tod damit begonnen hätte, Gerüchte über die böse Schwiegermutter an andere Personen (zB ihrer Tochter Marie Valerie) weiterzugeben. Anscheinend sind ihr gewisse Briefe, die Elisabeht über ihre Flitterwochen in Laxenburg schrieb entgangen, in denen sie berichtete, dass Sophie jeden Tag kam, um zu überprüfen, was Elisabeth tat, und sie kritisierte, völlig entgangen.Ja die Autorin versucht uns sogar einzureden, dass Sophie das junge Paar während der Flitterwochen nicht störte, und angeblich politisch gar nicht so aktiv war, wie es immer heißt.Tut mir leid, aber das nehme ich ihr nicht ab. Für die trotz allem nette Unterhaltung gebe ich 3 sterne