Österreich : Ungeliebte Königin: Ehetragödien an Europas Fürstenhöfen

Ungeliebte Königin: Ehetragödien an Europas Fürstenhöfen

EUR 4,95


durchaus interessant - Dieses Buch berichtet von verschiedenen königlichen Frauenschicksalen. Am bekanntesten vermutlich die Gemahlinnen Anne Boleyn und Catherine Howard.. zwei der 6 Ehefrauen von Heinrich VIII. von England. Ich muss zugeben, dass ich aufgrund dieser zwei Namen das Buch überhaupt gekauft habe, da ich mich für die Ehefrauen von Heinrich VIII. sehr interessiere. Beim Lesen habe ich dann festgestellt, dass es durchaus noch andere bemerkenswerte Frauen gab, die ihr Schicksal in die Hände nahmen bzw. sich nicht unterkriegen ließen. Die Lebensgeschichten der Frauen gehen teilweise unter die Haut.. gerade weil man sich heutzutage vieles nicht mehr vorstellen kann. Man neigt dazu, gerade den Adel zu bewundern und zu beneiden... liest man jedoch solche Ereignisse, dann ist man unweigerlich froh, weder zu einer Ehe gezwungen zu sein und vor allem frei entscheiden zu können, ohne das Entscheidungen politische Konsequenzen haben könnten.Durchaus lesenswertes Buch!!

Gut geschrieben, aber mit ein paar Missgriffen - Helga Thoma schreibt wieder einmal fesselnd und detailreich. Dass die Geschichte von Heinrich VIII und seinen sechs Frauen etwas abgedroschen ist, kann man nicht ganz leugnen, trotzdem fand ich es gut, hier einmal alle sechs zusammengefasst zu finden. Interessant vor allem die Charakterisierung der Anna von Kleve (seiner vierten Frau) und die Beschreibung der gesellschaftlichen Umstände, in denen das Landvolk in England im 16. Jahrhundert lebte, die besonders im Kapitel über Katherine Howard (der fünften) zum Tragen kommen und denen von anderen Biografen meist keine Bedeutung beigemessen wird.Zwei deutliche Schnitzer muss ich leider erwähnen, und zwar zunächst im Kapitel um Elisabeth Christine von Braunschweig, der Ehefrau von Friedrich II von Preußen: Nur einmal, nach vielen Jahren, kam es zu einer scheuen Annäherung zwischen den Ehegatten. Es war bei einer der seltenen Gelegenheiten, als sie gemeinsam dinierten. Friedrich war erstaunt, wie gut er sich mit seiner Frau unterhielt. Plötzlich sah er sie - für einen Moment zumindest - mit anderen Augen, bemerkte, wie schön sie war. Er war berührt von ihrer scheuen Erregung. Doch dann setzte sich sein Verstand durch und riss ihn jäh aus der Welle des Gefühls, die ihn überkommen hatte... Eine reizende Szene, aber woher sollen dieser intime Moment, diese nuancenreichen Gefühle der beiden Teilnehmenden der Autorin bekannt sein? Man fragt sich, ob sie wohl Mäuschen gespielt hat, und wenn ja, wie sie es bewerkstelligt hat. :-)Im Kapitel über Isabella von Parma, der ersten Gemahlin von Joseph II von Österreich über ihre Beziehung zur Schwägerin, Marie Christine: Vor allem Isabella empfand für ihre Schwägerin eine solche Leidenschaft, dass moderne Historiker vielfach dazu neigen, ein lesbisches Liebesverhältnis zwischen den beiden zu vermuten. Man darf allerdings nicht vergessen, dass hier vom 18. Jahrhundert die Rede ist, einer Zeit also, die sich - auch am Hofe der sittenstrengen Maria Theresia - unter anderem durch einen ungezwungenen Umgang mit Sexualität und mit der eigenen Körperlichkeit auszeichnete. Innige Berührungen zwischen Frauen als Ausdruck einer erregenden Mischung aus romantischer Sehnsucht und einem Hauch von Erotik waren damals nicht unüblich und sollten daher nicht überbewertet werden. Nur wenige Zeilen später werden Briefe zwischen den beiden Frauen zitiert, in denen es um wahnsinnige Liebe geht, Küsse, leidenschaftliche körperliche Begegnungen beschrieben werden. Als Leser seufzt man innerlich über diesen Widerspruch. Ob sie es taten, kann man wohl kaum nachvollziehen, aber dass es sich um eine heftige, erotische Romanze zwischen den beiden Frauen handelte, kann man anhand dieser Briefe beim besten Willen nicht leugnen! Auch wenn man es, vielleicht aus Schamhaftigkeit, trotz eindeutiger Beweise nicht akzeptieren will.Helga Thoma schreibt sehr gut, keine Frage. Aber ihre Eigenart, manche Tatsachen nicht wahrhaben zu wollen, weil sie ihr offenbar unangenehm sind, ist mir schon bei Madame, meine teure Geliebte... aufgefallen. Wenn sie ihr schriftstellerisches Talent weiter einsetzen oder sogar ausbauen möchte, wäre es meiner Ansicht nach angebracht, sich das abzugewöhnen, denn es geht auf Kosten der Seriosität.

Auf jeden Fall lesenswert! - Das Buch beschreibt wirklich sehr gut das Leben verschiedener Frauen, die wie Ware verkauft wurden nur damit Familien an der Macht bleiben und/oder sogar ausbauen konnten. Es beschreibt auch sehr anschaulich die Hintergründe, die damaligen Lebensweisen und wie einsam diese Frauen waren. Das Einzige was mich etwas gestört hat: Man wird mit Namen und Jahreszahlen etwas erschlagen, was ein bischen verwirrt!

Gedrängte Kürze - Es geht um Anna Boleyn und Katharinae Howard, die Damen sind bekannt. Weniger bekannt, aber nicht weniger unglücklich: die beiden Gemahlinnen des spanischen Königs Karl II., die beiden Ehefrauen des deutschen Kaisers und Sohns Maria Theresias Joseph II., dazu kommen Stephanie von Belgien, die Ehefrau des Kronprinzien Rudolf, Leopoldine von Habsburg, verheiratet mit Pedro I. von Brasilien, Marie Christine von Habsburg, verheiratet mit Alfons XII. von Spanien und nicht zuletzt die Ehefrau des großen Friedrich II. von Preußen. Das sind 10 Frauen, wenn ich richtig zähle: eine bunte Mischung, ohne daß ein roter Faden so deutlich würde.Historisch ist das Ganze korrekt aufbereitet, mit Quellen, wenn auch ohne Anmerkungsapparat belegt und in einem flüssigen und lesbaren Stil präsentiert. Die im Anhang angefügten Ahnentafeln sind zufriedenstellend.Den einen oder anderen Leser wird es geben, der den Stil der Autorin nicht mag. Silvia Jurewitz-Freischmidt schreibt witziger, ohne Frage, Weissensteiner und Thea Leitner finde ich persönlich betulicher.Natürlich können 10 Seiten auf 240 Seiten nicht mehr sein als ein erster Einblick in das Leben der betreffenden Damen, aber als das ist das Buch in jedem Falle gut.

Gut recherchierte Geschichte - Das Buch gibt Einblicke in das Leben ungeliebter Königinnen, die oft als blutjunge Mädchen in ein fremdes Land an einen intrigenreichen Hof ziehen mussten und einem wildfremden Mann als Frau angetraut wurden. Manche waren die zweite Wahl, ihrem Mann nicht hübsch oder intelligent genug. Ein Leben lang mussten viele die Ehehölle erdulden, andere wurden gleich geköpft oder verstoßen.Das Buch ist gut recherchiert, jedoch weckte es bei mir an einzelnen Stellen den Anschein, dass die Autorin nicht immer Geschichtliches von ihrer eigenen Meinung trennen konnte. Auf jeden Fall liest sich Ungeliebte Königin flüssig und zeigt, dass es Ehetragödien zu jeder Zeit gibt und gab.




Ungeliebte Königin: Ehetragödien an Europas Fürstenhöfen