
Informativ - Dieses Buch gibt einen Einblick in das Leben von 5 Prinzessinen, die entsprechend ihrer Zeit möglichst gut verheiratet worden sind. Gut bezog sich damals meist auf politische Ambitionen und nicht darauf, ob man in Liebe zueinander entbrannt war. Im besten Fall stellte sich nach der Hochzeit eine gewisse Zuneigung ein.. im schlimmsten Fall wurde die Ehe zur Hölle auf Erden.Adel verpflichtet.. was dieses Buch sehr schön darlegt. Denn eine Wahl bestand für die Damen nicht. Wenn man dazu die heutigen Zeitschriften beachtet, wo die größten Skandale und Probleme darin bestehen, dass Kleidchen zu kurz sind oder Prinzen mal einen über den Durst getrunken haben, dann fragt man sich schon, ob das überhaupt relevant ist.
Habsburger - Ja, der Betreff ist nicht ohne Grund so gewählt. Alle 5 Frauen war - weit oder eng - mit den Habsburgern verwandt. Die Biographien lesen sich flüssig und stellenweise blitzt ein Funke Humor auf. Anhand der Bilder kann ich mir die 5 Protagonistinnen sehr gut vorstellen.
Wunderbare Potraits von Frauenschicksalen an Europas Höfen - Das vorliegende Buch hat mich ungeheuer fasziniert, so dass ich es als Weihnachtstipp hier vorstellen möchte. In diesem Werk stellt die österreichische Autorin fünf Frauen an verschiedenen europäischen Königshöfen vor. Sie alle, teilweise miteinander verwandt, hatten ein Schicksal: sie liebten nicht denjenigen, mit dem sie - aus dynastischen oder politischen Gründen - verlobt und verheiratet wurden, sondern jemand anderen. Dieser Liebhaber oder die jeweilige Prinzessin selber mussten dafür büßen...In einem Vorwort schildert die Autorin die Motivation, die Schicksale der verschiedenen Frauen aufzugreifen und fesselnd zu erzählen: Thea Leitner belegt, dass die sogenannten Skandale in unserer Zeit ein laues Lüftlein seien gegen die Schicksale in den vergangenen Jahrhunderten, in denen die Liebe noch das Leben kostete oder die Gefangenschaft. Am Beispiel von fünf Frauenschicksalen schildert Thea Leitner die Chronique scandaleuse von anderthalb Jahrhunderten zwischen 1666 und 1821. Ausgewählt wurden Fürstinnen, die entweder mit Maria Theresia aus dem Hause Habsburg oder mit Maria Stuart verwandt waren. Geschildert wird das Schicksal von Sophie Dorothea aus dem Hause Braunschweig-Lüneburg, die sich in Philipp Christoph von Königsmarck verliebte. Dieser wurde daraufhin ermordet, die Prinzessin in Ahlden bei Celle für den Rest ihres Lebens eingekerkert. Thea Leitner versteht es, dieses Schicksal so fesselnd nachzuzeichnen, dass es sich wie ein Kriminalroman liest. Dies ist auch der Fall bei den weiteren einfühlsamen Portraits, die gleichzeitig ein Spiegelbild ihrer Zeit darstellen: so die Biographie von Elisabeth Charlotte, besser bekannt als Lisselotte von der Pfalz, Nachkomme der Maria Stuart. Besonders beeindruckend liest sich auch das wechselhafte Schicksal der Schwester Friedrichs des Großen, Wilhelmine, die ihren Bruder vergötterte und - wie aus dem lesenswerten Portrait deutlich wird - auch als einzige Person ihres kurzen Lebens wirklich liebte - was auf Gegenseitigkeit beruhte. Der Misanthrop Friedrich liebte meines Wissens wirklich nur einen Menschen tief und innig: seine ihm charakterlich so wesensverwandte Schwester. Besonders interessant das Kapitel: Staatsstreich nach dem Maskenball. Dies weniger wegen der portraitierten Prinzessin Mathilde, der Gattin des schwachsinnigen dänischen Monarchen Christian VII., sondern als Portrait von Graf Struensee, dem Gorbatschow Dänemarks, der seine für die damalige Zeit sehr humanen Ziele mit Hilfe dieser Frau, die er wohl wirklich geliebt hat, durchsetzen wollte und damit scheiterte, er wurde grausam hingerichtet. Wesentlich besser strukturiert als als Enquists kürzlich erschienener Roman: Der Besuch des Leibarztes wird hier das Wesentliche der verwickelten Liebesgeschichte der beiden Persönlichkeiten herausgearbeitet und auf die Bedeutung des Reformers hingewiesen. Wer Enquists Buch liest, sollte vorher unbedingt dieses Kapitel zur Einführung lesen, es lohnt sich. Gut gelungen auch das letzte Kapitel, in welchem das Schicksal Karolines nachgezeichnet wird, die mit dem von ihr gehassten Georg IV. von England verheiratet wird.Nicht nur diese Personen, auch ihre Verwandten, etwa die charakterstarke Sophie von Hannover, die beinahe Königin von England geworden wäre, werden genauestens und sehr sehr feinfühlig portraitiert.Es handelt sich um wunderbare Portraits, man kann sich als Leser richtig in die Personen und die Zeit versetzt fühlen, mit meisterhaftem psychologischen Falkenblick werden Personen und historische Zusammenhänge erklärt und somit ein Interesse für eine Zeit geweckt, die zeigt, wie furchtbar es zeitweise sein konnte, den Falschen zu lieben, nichts schützte vor Strafe und Rache, auch kein noch so hoher Rang. Sehr eindrucksvoll und unbedingt empfehlenswert.
Wunderbare Potraits von Frauenschicksalen an Europas Höfen - Das vorliegende Buch hat mich ungeheuer fasziniert, so dass ich es als Weihnachtstipp hier vorstellen möchte. In diesem Werk stellt die österreichische Autorin fünf Frauen an verschiedenen europäischen Königshöfen vor. Sie alle, teilweise miteinander verwandt, hatten ein Schicksal: sie liebten nicht denjenigen, mit dem sie - aus dynastischen oder politischen Gründen - verlobt und verheiratet wurden, sondern jemand anderen. Dieser Liebhaber oder die jeweilige Prinzessin selber mussten dafür büßen...In einem Vorwort schildert die Autorin die Motivation, die Schicksale der verschiedenen Frauen aufzugreifen und fesselnd zu erzählen: Thea Leitner belegt, dass die sogenannten Skandale in unserer Zeit ein laues Lüftlein seien gegen die Schicksale in den vergangenen Jahrhunderten, in denen die Liebe noch das Leben kostete oder die Gefangenschaft. Am Beispiel von fünf Frauenschicksalen schildert Thea Leitner die Chronique scandaleuse von anderthalb Jahrhunderten zwischen 1666 und 1821. Ausgewählt wurden Fürstinnen, die entweder mit Maria Theresia aus dem Hause Habsburg oder mit Maria Stuart verwandt waren. Geschildert wird das Schicksal von Sophie Dorothea aus dem Hause Braunschweig-Lüneburg, die sich in Philipp Christoph von Königsmarck verliebte. Dieser wurde daraufhin ermordet, die Prinzessin in Ahlden bei Celle für den Rest ihres Lebens eingekerkert. Thea Leitner versteht es, dieses Schicksal so fesselnd nachzuzeichnen, dass es sich wie ein Kriminalroman liest. Dies ist auch der Fall bei den weiteren einfühlsamen Portraits, die gleichzeitig ein Spiegelbild ihrer Zeit darstellen: so die Biographie von Elisabeth Charlotte, besser bekannt als Lisselotte von der Pfalz, Nachkomme der Maria Stuart. Besonders beeindruckend liest sich auch das wechselhafte Schicksal der Schwester Friedrichs des Großen, Wilhelmine, die ihren Bruder vergötterte und - wie aus dem lesenswerten Portrait deutlich wird - auch als einzige Person ihres kurzen Lebens wirklich liebte - was auf Gegenseitigkeit beruhte. Der Misanthrop Friedrich liebte meines Wissens wirklich nur einen Menschen tief und innig: seine ihm charakterlich so wesensverwandte Schwester. Besonders interessant das Kapitel: Staatsstreich nach dem Maskenball. Dies weniger wegen der portraitierten Prinzessin Mathilde, der Gattin des schwachsinnigen dänischen Monarchen Christian VII., sondern als Portrait von Graf Struensee, dem Gorbatschow Dänemarks, der seine für die damalige Zeit sehr humanen Ziele mit Hilfe dieser Frau, die er wohl wirklich geliebt hat, durchsetzen wollte und damit scheiterte, er wurde grausam hingerichtet. Wesentlich besser strukturiert als als Enquists kürzlich erschienener Roman: Der Besuch des Leibarztes wird hier das Wesentliche der verwickelten Liebesgeschichte der beiden Persönlichkeiten herausgearbeitet und auf die Bedeutung des Reformers hingewiesen. Wer Enquists Buch liest, sollte vorher unbedingt dieses Kapitel zur Einführung lesen, es lohnt sich. Gut gelungen auch das letzte Kapitel, in welchem das Schicksal Karolines nachgezeichnet wird, die mit dem von ihr gehassten Georg IV. von England verheiratet wird.Nicht nur diese Personen, auch ihre Verwandten, etwa die charakterstarke Sophie von Hannover, die beinahe Königin von England geworden wäre, werden genauestens und sehr sehr feinfühlig portraitiert.Es handelt sich um wunderbare Portraits, man kann sich als Leser richtig in die Personen und die Zeit versetzt fühlen, mit meisterhaftem psychologischen Falkenblick werden Personen und historische Zusammenhänge erklärt und somit ein Interesse für eine Zeit geweckt, die zeigt, wie furchtbar es zeitweise sein konnte, den Falschen zu lieben, nichts schützte vor Strafe und Rache, auch kein noch so hoher Rang
interessant und objektiv - Thea Leitner schreibt in diesem Buch über das Schicksal von 5 Regentinnen, bleibt aber konsequent objektiv und ermöglicht so dem Leser, sich ein eigenes Bild zu schaffen. Auch vermeidet sie es stets, sich auf das dünne Eis der Mutmaßungen zu begeben und schildert nur die Fakten, die sich belegen lassen. Sobald etwas nur vermutet wird, aber nicht bewiesen ist, wird dies auch sofort dargelegt. Der Leser vertieft sich durch Thea Leitners mitreißende Darstellungen zunehmend in die Lektüre und schafft es problemlos in das Geschehen einzutauchen.