Österreich : Habsburgs schwarze Schafe: Über Sonderlinge, Rebellen und Wahnsinnige im kaiserlichen Hause

Habsburgs schwarze Schafe: Über Sonderlinge, Rebellen und Wahnsinnige im kaiserlichen Hause

EUR 8,95


Nicht für Historiker gedacht - aber durchaus lustig zu lesen - Ach, was freut sich der Boulevard doch wieder, wenn sich ein Prinz Harry wieder einmal morgens um 4 nach einer durchzechten Nacht mit der falschen Dame in sein Auto begibt und dabei offensichtlich nur mühsam gegen die Folgen des Alkoholmissbrauchs ankämpfen kann? Und wie spannend ist es doch, die alte Verschwörungstheorie über den Tod von Lady Diana wieder und noch mal in anderer, natürlich aber reißerischer Form präsentiert zu bekommen? Geben wir es doch zu: Als Menschen lieben wir menschliche Schwächen, vor allem, wenn es die menschlichen Schwächen anderer sind und wir sie auf dem Präsentierteller vorgeführt bekommen. Und so haben die Royals doch auch heute eine wichtige Funktion: Sie sorgen für ein Zusammengehörigkeitsgefühl in der Gesellschaft. Denn die sind reich und wir sind arm. Aber eigentlich sind wir doch gar nicht so verschieden.Christian Dickinger erweitert unsere Perspektive jetzt etwas und zeigt, dass es in der Geschichte noch ein paar Royals gab, die noch viel skurriler waren, als wir es aus dem 20. und 21. Jahrhundert kennen. Ein kleiner, unehelicher Seitensprung gehört da natürlich noch zu den völlig harmlosen Geschichten. Es muss schon mindestens Travestie sein, regelmäßiger Sex mit der Unterschicht oder auch Selbstmord. Auch seelische Grausamkeit und Erbkrankheiten sind im Angebot. Das alles wird gefördert durch die absurde Politik der Inzucht, die sich in der Familie Habsburg seit Jahrhunderten breit gemacht hat.Das alles zeigt, dass durch Abschottung gegenüber anderen niemals eine Elite erhalten oder gar entstehen kann. Sonst aber hat man eigentlich nicht viel zu lernen hier, aber viel Spaß beim Lesen, denn das Buch ist gut und unterhaltsam geschrieben. Es lebe der Boulevard.

Britenpremier Winston Churchills Meinung als derjenige, der das Großbritische Weltreich verspielte - Hier wird schon zu Beginn Britenpremier Churchill, der sich über die angeblich idiotischen Habsburger ärgerte, zitiert, was schon viel aussagt, insbesonders, wenn man Churchills eigene Grundentscheidungen betrachtet, die das Britenweltreich ab 1945 zugrunderichteten:England war immer Feind jeder Hegemonialmacht auf dem europäischen Festland, egal ob des Kaisertums Frankreich des Napoleon oder ob des Preußisch-Deutschen Kaisertums des Kanzler Bismarck von 1871 A.D.:Winston Churchill erblickte in Berlin und im Deutschen Reich ab 1871 die künftige Ablöse des in seiner Wirtschaft unterlegenen Großbritischen Reiches und tat alles,im I. Weltkrieg noch als ein führender Meereskommandierender,im II. Weltkrieg bereits als Premier,um die aufstrebende deutsche Nation zu vernichten,trotz der engen Bindung zwischen der britischen und der preußisch-deutschen Monarchie.Für eine Koalition gegen Preußens Deutsches Kaiserreich stand auch Österreichs Kaiser Franz Joseph niemals zur Verfügung, der über solche Anfragen geäußert hat:Ich bin selbst ein deutscher Fürst.Idiotisch hat sich dagegen Winston Churchill selbst erwiesen, der im über 30 Jahre währenden Krieg gegen Deutschland, mit USA-Unterstützung, zwar Deutschland besiegte, dafür aber auch dem Großbritischen Weltreich selbst den Garaus machte, das ab 1945 zerfallen ist.

Orgien der Inzucht... - ...feierte die Familie Habsburg durch Jahrhunderte. Ursache laut Christian Dickinger: dynastische Erwägungen und primitiver Standesdünkel. Ergebnis: Schwachsinn, physische Gebrechen, Charakterschwächen, intellektuelle Impotenz und allerlei Geisteskrankheiten.Mit einigen Habsburgern, die oben erwähnte Merkmale - mehr oder weniger - aufweisen, beschäftigt sich der Autor näher: Kaiser Ferdinand I. und Kaiser Franz Joseph, Kronprinz Rudolf und die Erzherzöge Ludwig Viktor und Otto sind hier wohl ganz vorne zu nennen. Schwarze Schafe gab es natürlich auch in anderer Hinsicht - nämlich die Aussteiger aus der Dynastie. Sie verloren alle ihre Privilegien. Ein aus dem Jahre 1839 stammendes Familienstatut (vor der Öffentlichkeit geheimgehalten) legte nämlich fest, dass kein Mitglied des Kaiserhauses ohne die Erlaubnis des Kaisers heiraten durfte. Das bekamen gerade die Aussteiger zu spüren...Ein amüsantes, faktenreiches Buch, das das Habsburgerbild, das in Österreich manchmal einer Verklärung unterliegt, ergänzt.Zum Schluss noch ein positives Beispiel (auch solche gibt es) für die Habsbuger-Dynastie: Erzherzog Johann (mit seiner steirischen Postmeisterstochter Anna Plochl) - ein wahrlich beeindruckender Habsburger!

Sehr enttäuschend! - Ich bin historisch sehr interessiert und habe daher schon sehr viel über Geschichte (und natürlich auch die Habsburger) gelesen.Es ist leider so, dass Christian Dickinger seine politische Einstellung in diesem Buch nicht verbergen konnte (wollte?). Bei jedem einzelnen Satz merkt man die Abscheu gegen alles Aristokratische. Dass aber wahrscheinlich 99% seiner Leser objektive Schilderungen bevorzugen (eine Meinung kann sich schließlich jeder selbst bilden!), hat er nicht bedacht. Er schreibt durchwegs gehässig und stellt die Adeligen als degenerierte Idioten hin. Es mag solche durchaus auch gegeben haben, aber trotzdem ist diese ständige Heruntermacherei nicht auszuhalten. Zusätzlich habe ich nicht nur einen schweren inhaltlichen Fehler (betr. Jahreszahlen, aber auch Bezeichnungen, so z.B. die Verwechslung von Joseph I. mit Joseph II.!!!) entdeckt.In Summe ein Buch für Kommunisten und Sozialisten, nicht aber für historisch Interessierte, die keine Meinung vorgekaut bekommen möchten. Das war mit Sicherheit das erste und letzte Buch, das ich von diesem Auto gekauft habe! Schade um das Geld...

Enttäuschend - Als ich die ersten Seiten des Buches durchblätterte und kurz in die einzelnen Geschichten reinschmökerte, war ich doch sehr enttäuscht. An den objektiven Schreibstil der Historikerin Brigitte Haman gewohnt, konnte ich mit Herrn Christian Dickingers Betrachtungs- und Erzählweise nichts anfangen. Dieser war reisserisch und -in meinen Augen - erniedrigend geschrieben. Ich konnte darin nichts Erfrischendes entdecken. Bedauerlicherweise verfügt Herr Christian Dickinger nicht über das Feingefühl der Historikerin Brigitte Haman, die es versteht, Verhaltensweisen von Aristokraten auf mögliche nachvollziehbare Gründe zurück zu führen.Zwei Punkte gibt es trotz alledem - die Idee hinter dem Buch hat etwas Bestechendes an sich, sonst hätte ich das Buch nicht bestellt.




Habsburgs schwarze Schafe: Über Sonderlinge, Rebellen und Wahnsinnige im kaiserlichen Hause