
Nicht aus der Hand zu legen - Direkt und frisch geschrieben, nicht aus der Hand zu legen. Beeindruckend die Mutter, die mit Hausverstand die Familie verteidigt, ganz auf sich allein gestellt.
anrührende Biograhie - Vilma ist 10 Jahre alt, als die Nazis in Wien einmarschieren, 17 als die Russen dem Terror ein Ende setzen. Was Vilma und ihre Familie in den 7 Jahren der Schreckensherrschaft erleiden müssen, davon erzählt sie in diesem Buch. Vilma lebt mit arischer Mutter und jüdischem Vater in der Leopoldstadt, in einem Mietshaus mit jüdischen und nichtjüdischen Familien. Man hat ein gutes Verhältnis, Religion spielt im Alltag keine große Rolle. Doch von heute auf morgen ändert sich alles. Aus allen Türen kommen auf einmal Männer in Stiefeln und Uniform. Wo kommen die alle her? Wo kommen die ganzen Uniformen her? Die müssen doch schon vorher beschafft worden sein? Die beste Freundin wendet sich ab, Vilma wird beschimpft, jüdische Kinder müssen die Schule verlassen, Kunden im Friseursalon des Vaters bleiben aus, das Geschäft wird schliesslich arisiert. Die Brüder fliehen auf abenteuerlichen Wegen aus Wien, jahrelang keine Nachricht, man weiss nicht, ob sie noch leben. Verwandte und Nachbarn sterben in KZs, während Vilmas Mutter wie eine Löwin für ihre Familie kämpft. Vilma erzählt von den täglichen Kämpfen, von der hilfsbereiten Greißlerin, die unter der Theke Lebensmittel an die Familie abgibt, Großeltern, die nicht akzeptieren können, dass das eigene Kind mit einem Juden verheiratet ist und die Enkel nicht sehen wollen, Zwangsarbeit und Sommertagen im Strandbad an der Donau, von Denunzianten, die gestern noch Freunde waren und Bombenangriffen, der täglichen Angst und dem Kampf zu Überleben.Das Buch ist ein sehr persönlicher Bericht der Jahre 38 bis 45 in Wien, Vilmas Leben, das ihrer Familie und Nachbarn, einem Leben zwischen jugendlichem Leichtsinn und der täglichen Angst zu überleben. Es ist der Bericht einer Überlebenden und das Buch sowie das Vorwort Elfriede Jelineks eine eindingliche Warnung gegen das Vergessen, dass so etwas nie wieder geschehen darf.